FARINET

 

Im Jahre 1845, am 17. Juni, wurde in St-Remy-en Bosses im Aostatal ein kleiner Junge namens Joseph Samuel Farinet geboren. Dem kleinen  Joseph Samuel wurde wohl der Hang zum Besonderen und die Lust zum Leben und zur Freude schon in die Wiege gelegt. Er wuchs im Aostatal /Italien auf. Schon als junger Mann mit ca. 29 Jahren wurde er wegen Diebstahl zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Um dem dortigen Bezirksgericht , das wegen Verdachts der Herstellung von falschen 50-Centime-Münzen eine Untersuchung einleitete, zu entkommen, flüchtete er im selben Jahr über den Grossen St. Bernhard in die nahe gelegene Schweiz ins Unterwallis. Kaum in der Schweiz angekommen nahm sich Farinet vor, als Falschmünzer tätig zu sein!                                            

 

Farinet, der Falschmünzer 

Aus einem gewissen Notstand heraus, fühlte sich der intelligente sympathische  Samuel  Farinet dafür verantwortlich mit den Hilfesuchenden gegen Armut und Notlagen zu kämpfen. Seine Hilfsbereitschaft, bedürftigen  Mitmenschen unter die Arme zu greifen und  ihnen so gewissermassen eine Hilfestellung  anzubieten, wurde natürlich sehr geschätzt und folglich auch  von der ganzen Gesellschaft belohnt.

So kam es, dass er ohne Bewilligung und mit Hilfe seiner Freunde Zwanzigräppler (sogenannte Farinets) produzierte, welche in der Gesellschaft schnell einmal im Umlauf waren.

 

Der sympathische  Samuel  Farinet hatte in der Bevölkerung und vor allem bei den Frauen eine riesige Akzeptanz.  Überall konnte er mit seiner  liebenswürdigen Art jederzeit untertauchen oder fand irgendeinen Unterschlupf. Um  jede zweite Hausecke liess er seinen Charme, vor allem bei den Frauen, spielen und konnte so manche  Frauenherzen  für sich gewinnen.

Weil sich niemand von den  Behörden  dafür verantwortlich fühlte, konnte Samuel  Farinet sein Spielchen mit der Falschgeldproduktion eine  lange Zeit so  treiben.  Als doch  einige Zeit diesem Geschehen zugeschaut wurde  und auf ihn ein Kopfgeld  ausgesetzt wurde, verriet irgendjemand Farinet,  und sie suchten und verfolgten ihn. 

So wurde Samuel Farinet  von der Behörde ein Deal vorgeschlagen, damit er einige Zeit seine Strafe absitzen könnte und damit alle bisherigen Straftaten eliminiert wären. Samuel  wollte jedoch  auf diesen  Deal der  Behörden nicht einsteigen, weil er die Freiheit und die abenteuerlichen Verfolgungen  viel zu fest liebte….

 

Folglich wurde er von der Behörde und dem Untersuchungsrichter weiterverfolgt, da sie ihn in die Knie zwingen wollten. Zu guter Letzt wurde er bei einer seiner  abenteuerlichen Verfolgung  plötzlich tot aufgefunden, und niemand wusste  genau, wie und was geschehen war…. Sein Tod und die Umstände, wie es dazu kam, konnten nie vollständig  geklärt werden.

Jedenfalls wurde er zu Lebzeiten als liebevoller Held gefeiert  und lebte nach seinem Tod ebenfalls als grossartiger Held in seinem Volk weiter. Immer wird er noch als so zu sagen heimlicher Schweizer Nationalheld gefeiert.                                                                                                                                     Er hatte ein sehr bewegtes und unruhiges  Leben und verstarb auf tragische Weise am 17. April 1880.  Noch heute sind in Saillon im Wallis, wo Farinet zuletzt gelebt hatte, gewisse Reliquien vorhanden. So etwa seine 3 Rebstöcke, seine Hängebrücke, ein nach ihm benannter Pfad mit einundzwanzig Glasbildern und sein Falschgeldmuseum.